Was ist der Unterschied zwischen Verfugen und Abdichten?
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Beim Verfugen wird die Mörtelfuge im Mauerwerk gefüllt — sie ist starr und gehört zum Mauerwerk. Beim Abdichten wird eine Bewegungsfuge mit einem elastischen Dichtstoff geschlossen, damit sich die angrenzenden Bauteile gegeneinander bewegen können, ohne dass Wasser eindringt. Mörtel in einer Bewegungsfuge reißt zwangsläufig.
Welche Norm gilt für Fugen an Außenwänden?
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DIN 18540 regelt das Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen. Sie legt unter anderem fest, wie breit eine Fuge in Abhängigkeit von der zu erwartenden Bauteilbewegung sein muss. Ergänzend beschreibt DIN 52460 die Begriffe, darunter die Einstufung als Wartungsfuge.
Wie breit muss eine Dehnungsfuge an der Fassade sein?
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Das hängt davon ab, wie stark sich die angrenzenden Bauteile bewegen — bei Fertigteilen also vor allem von deren Länge und der Temperaturdifferenz. DIN 18540 gibt dafür Mindestbreiten vor. Faustregel für die Ausführung: Die Fuge sollte etwa doppelt so breit wie tief sein, damit sich der Dichtstoff frei dehnen kann.
Wie lange hält eine Fugenabdichtung an der Fassade?
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Deutlich kürzer als das Bauwerk. Dichtstofffugen gelten nach DIN 52460 als Wartungsfugen und sind planmäßig zu prüfen und zu erneuern. Wie lange sie halten, hängt an Bewitterung, UV-Belastung, Fugengeometrie und Ausführung. Regelmäßig geprüft, wird rechtzeitig getauscht — ungeprüft saniert man später die Konstruktion dahinter.
Kann man alten Dichtstoff einfach überspritzen?
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Nein. Neuer Dichtstoff haftet nicht dauerhaft auf ausgehärtetem alten. Überspritzen sieht kurz gut aus und löst sich binnen ein bis zwei Jahren wieder — der Wasserweg darunter bleibt die ganze Zeit offen. Der alte Dichtstoff muss vollständig heraus und der Untergrund vorbereitet werden.
Warum reißt meine Fuge immer wieder an derselben Stelle?
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Fast immer, weil die Fuge für die tatsächliche Bewegung zu schmal ist oder am Fugengrund haftet. Im ersten Fall wird die zulässige Gesamtverformung des Dichtstoffs überschritten, im zweiten kann sich die Fuge gar nicht erst dehnen. Beides lässt sich nur durch Ändern der Fugengeometrie beheben, nicht durch besseres Material.
Machen Sie auch Abdichtungen an Betonfertigteilen?
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Ja, das ist der klassische Fall für Fugenabdichtung nach DIN 18540. An Fassaden aus Fertigteilen laufen die Stoßfugen durch die gesamte Gebäudehülle. Weil sie gleich alt sind, lohnt in der Regel die Aufnahme aller Fugen mit Zustandsbewertung und die Sanierung in einem Zug.