Klinkerfassade mit Anschluss- und Dehnungsfugen in Münster

Abdichtungsarbeiten in Münster

Abgedichtet wird dort, wo sich zwei Bauteile gegeneinander bewegen: Dehnungsfugen, Anschlüsse an Fenstern und Türen, Stöße zwischen Betonfertigteilen. Maßgeblich ist DIN 18540 — sie regelt, wie breit eine Außenwandfuge sein muss, damit der Dichtstoff die Bewegung überhaupt aufnehmen kann.

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Schadensbilder

Wann eine Fugenabdichtung fällig ist

Eine schadhafte Dichtfuge sieht man selten von selbst — man merkt sie an den Folgen. Diese Zeichen sprechen dafür:

  1. Der Dichtstoff hat sich von einer Flanke gelöst

    Ein sichtbarer Spalt zwischen Fuge und Bauteil ist ein offener Wasserweg. An der Fassade führt er direkt in die Konstruktion, und das sieht man innen oft erst Monate später.

  2. Risse quer durch die Fuge

    Der Dichtstoff hat die Bewegung nicht mehr aufnehmen können. Entweder ist er gealtert, oder die Fuge war von Anfang an zu schmal für die zu erwartende Bewegung.

  3. Die Fuge ist kreidig, hart oder verfärbt

    UV-Strahlung und Witterung zehren an jedem Dichtstoff. Lässt er sich nicht mehr eindrücken und stäubt beim Darüberstreichen, ist die Nutzungsdauer erreicht.

  4. Feuchte Stellen innen entlang einer Bauteilkante

    Zieht sich eine dunkle Spur an der Innenseite genau dort entlang, wo außen eine Fuge sitzt, ist das ein starker Hinweis. Bevor die Wand aufgemacht wird, lohnt der Blick auf die Fuge von außen.

  5. Bei Fertigteilbauten: dieselbe Fuge über mehrere Geschosse

    An Fassaden aus Betonfertigteilen laufen die Stoßfugen durch. Ist eine davon schadhaft, sind die übrigen meist gleich alt und gleich weit — dann lohnt es, alle in einem Zug zu machen, statt jedes Jahr eine.

Senkrechte elastische Dehnungsfuge in einer weiß gestrichenen Klinkerfassade neben einem Fallrohr

Dehnungsfuge in der Wandfläche

So sieht der häufigste Fall aus: eine senkrechte Fuge, die durch das Mauerwerk läuft und aufnimmt, was sich die Wand bei Temperaturwechseln ausdehnt. Ihre Breite richtet sich nach der zu erwartenden Bewegung, nicht nach der Optik — deshalb ist sie oft breiter, als Bauherren erwarten.

Beispielhafte Darstellungen.

Fachliches

Was eine Dichtfuge dauerhaft dicht hält

Eine Dichtfuge scheitert fast nie am Material, sondern an der Geometrie und am Untergrund. Diese fünf Punkte entscheiden.

Die Fugenbreite folgt der Bewegung, nicht der Optik

DIN 18540 gibt für Außenwandfugen im Hochbau vor, wie breit eine Fuge sein muss — abhängig davon, wie stark sich die angrenzenden Bauteile bewegen. Je länger ein Fertigteil, desto mehr dehnt es sich bei Temperaturwechseln, desto breiter muss die Fuge sein. Eine zu schmal geplante Fuge reißt zuverlässig, egal welcher Dichtstoff hineinkommt.

Zulässige Gesamtverformung: die Zahl, die zählt

Jeder Dichtstoff verträgt nur einen bestimmten Anteil an Dehnung und Stauchung, die zulässige Gesamtverformung. Wird sie überschritten, reißt die Fuge oder löst sich von der Flanke. Deshalb wird bei uns vor der Materialwahl geschaut, was die Fuge tatsächlich mitmachen muss — und nicht umgekehrt.

Breite zu Tiefe etwa 2:1

Eine Dichtfuge soll flacher als breit sein. Wird sie tief ausgespritzt, kann sich der Dichtstoff nicht frei dehnen, die Spannung wandert in die Haftflächen und die Fuge löst sich. Die Tiefe wird über das Hinterfüllmaterial eingestellt, nicht über die Menge Dichtstoff.

Hinterfüllen ist Pflicht, nicht Zubehör

Ein geschlossenzelliges PE-Rundprofil begrenzt die Tiefe und verhindert, dass der Dichtstoff auch am Fugengrund haftet. Ohne das haftet die Fuge an drei Flanken, kann sich nicht bewegen und reißt. Das Profil wird leicht überdimensioniert gewählt, damit es klemmt und beim Einspritzen nicht wegrutscht.

Untergrund und Grundierung entscheiden über die Haftung

Beton, Klinker, Naturstein, beschichtetes Metall und Kunststoff verhalten sich völlig verschieden. Poröse und saugende Untergründe brauchen in der Regel eine Grundierung, glatte oft eine Reinigung mit Lösemittel. Wird auf einen staubigen oder feuchten Untergrund gespritzt, ist die Fuge schon beim Aushärten verloren.

Auch die Dichtfuge ist eine Wartungsfuge

Nach DIN 52460 sind Fugen mit Dichtstoffen Wartungsfugen — sie sind planmäßig zu prüfen und zu erneuern. Bei Außenwandfugen an bewitterten Fassaden liegt die Nutzungsdauer deutlich unter der des Bauwerks. Wer das einplant, tauscht rechtzeitig; wer es ignoriert, saniert später die Konstruktion dahinter.

Elastische Anschlussfuge zwischen Klinkerfassade und hölzernem Fensterrahmen

Anschlussfuge am Fensterrahmen

Hier stoßen zwei Baustoffe aneinander, die sich völlig unterschiedlich verhalten: Klinker kaum, Holz stark und zusätzlich mit der Luftfeuchte. Genau deshalb ist das die Fuge, die als erste aufreißt — und die, bei der Fugengeometrie und Untergrundvorbereitung am meisten entscheiden.

Beispielhafte Darstellungen.

Ablauf

So gehen wir bei Abdichtungsarbeiten vor

Der Unterschied zwischen einer Fuge, die fünf Jahre hält, und einer, die fünfzehn hält, liegt fast vollständig in den ersten drei Schritten.

  1. Fugen aufnehmen und bewerten

    Wir messen Breite und Tiefe, prüfen den Untergrund und schätzen die zu erwartende Bewegung ab. Daraus ergibt sich, ob die vorhandene Fugengeometrie überhaupt tragfähig ist.

  2. Alten Dichtstoff vollständig entfernen

    Herausschneiden bis auf den blanken Untergrund, Reste mechanisch abnehmen. Neuer Dichtstoff haftet nicht auf altem — Überspritzen verschiebt das Problem um ein bis zwei Jahre.

  3. Flanken vorbereiten und grundieren

    Reinigen, trocknen, je nach Untergrund grundieren. Bei saugenden Untergründen wie Beton ist die Grundierung der Unterschied zwischen Haftung und Ablösung.

  4. Hinterfüllen und Fugentiefe einstellen

    PE-Rundprofil in der passenden Stärke einbringen, damit die Fuge nur an zwei Flanken haftet und das Verhältnis von Breite zu Tiefe stimmt.

  5. Dichtstoff einbringen und abziehen

    Blasenfrei in einem Zug einspritzen, sauber glattziehen, Abklebungen sofort abnehmen. Danach härtet die Fuge nach Herstellerangabe aus.

  6. Abnahme und Wartungshinweis

    Wir gehen die Fugen mit Ihnen ab und sagen Ihnen, in welchem Abstand sie geprüft werden sollten — bei Wartungsfugen gehört das dazu.

Preise

Was Abdichtungsarbeiten kosten

Abgerechnet wird nach laufendem Meter Fuge. Diese fünf Punkte bestimmen, wo Sie innerhalb der Spanne liegen:

Laufende Meter und Fugenbreite

Breite Fugen brauchen mehr Material und mehr Zeit beim Abziehen. Eine durchgehende Fassadenfuge ist pro Meter deutlich günstiger als viele kurze Anschlussfugen.

Aufwand beim Ausbauen

Eine einlagige, gealterte Fuge ist zügig heraus. Mehrfach überspritzte Fugen und fest haftende Altdichtstoffe kosten ein Vielfaches an Zeit.

Untergrund und Grundierung

Beton, Klinker und Naturstein verlangen unterschiedliche Vorbehandlung. Wo grundiert werden muss, kommt ein Arbeitsgang samt Trockenzeit hinzu.

Zugang und Rüstung

Ab dem ersten Obergeschoss braucht es ein Gerüst oder eine Hubarbeitsbühne. Gerüst stellen wir aus eigenem Bestand — das spart einen zweiten Anbieter und einen zweiten Termin.

Dichtstoffklasse

Für Fugen mit hoher Bewegung oder besonderer Beanspruchung sind höherwertige Dichtstoffe nötig. Das ist kein Aufschlag, sondern eine Anforderung aus der Fugengeometrie.

Weil die Meterpreise stark von Fugenbreite und Altzustand abhängen, nennen wir sie erst nach der Besichtigung. Die ist kostenlos, und Sie erhalten eine Aufstellung, aus der hervorgeht, welche Fugen bearbeitet werden und mit welchem Material.

Region

Abdichtungsarbeiten im Münsterland

Im Münsterland trifft man auf zwei sehr verschiedene Aufgaben. An den Klinkerfassaden der Wohnbebauung sind es überwiegend Anschlussfugen an Fenstern und Türen sowie Dehnungsfugen in langen Wandflächen. An Gewerbe- und Verwaltungsbauten aus Betonfertigteilen laufen dagegen Stoßfugen über ganze Fassaden durch — dort ist die Fuge nicht Detail, sondern tragendes Element der Gebäudehülle.

Für Hausverwaltungen und Eigentümergemeinschaften ist vor allem der zweite Fall relevant: Sind die Fugen einer Fertigteilfassade gleich alt, sind sie auch gleichzeitig am Ende. Eine gemeinsame Aufnahme aller Fugen mit Zustandsbewertung ist dann die Grundlage, um die Sanierung zu planen und zu budgetieren, statt jedes Jahr punktuell nachzubessern.

Einzugsgebiet

Wo wir arbeiten

Unser Sitz ist Münster, gearbeitet wird im Umkreis von rund 50 Kilometern — also im Münsterland. Klinker- und Verblendmauerwerk ist hier die vorherrschende Bauweise, und das heißt: dieselbe Fugenfrage stellt sich in Warendorf und in Coesfeld genauso wie in Münster-Hiltrup.

Münster — alle Stadtteile

Kurze Wege, Besichtigung meist innerhalb weniger Tage.

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Münsterland

Regulärer Einsatzradius, rund 50 km. Termine werden gebündelt geplant.

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Weiter entfernt

Bei größeren Fassaden und mehrwöchigen Vorhaben — fragen Sie einfach an.

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Ihr Ort steht nicht dabei? Rufen Sie an. Bei größeren Aufträgen lohnt sich die Anfahrt fast immer — bei einer einzelnen Silikonfuge dagegen selten, und dann sagen wir das auch.

Fragen und Antworten

Häufige Fragen zu Abdichtungsarbeiten

Was ist der Unterschied zwischen Verfugen und Abdichten?

Beim Verfugen wird die Mörtelfuge im Mauerwerk gefüllt — sie ist starr und gehört zum Mauerwerk. Beim Abdichten wird eine Bewegungsfuge mit einem elastischen Dichtstoff geschlossen, damit sich die angrenzenden Bauteile gegeneinander bewegen können, ohne dass Wasser eindringt. Mörtel in einer Bewegungsfuge reißt zwangsläufig.

Welche Norm gilt für Fugen an Außenwänden?

DIN 18540 regelt das Abdichten von Außenwandfugen im Hochbau mit Fugendichtstoffen. Sie legt unter anderem fest, wie breit eine Fuge in Abhängigkeit von der zu erwartenden Bauteilbewegung sein muss. Ergänzend beschreibt DIN 52460 die Begriffe, darunter die Einstufung als Wartungsfuge.

Wie breit muss eine Dehnungsfuge an der Fassade sein?

Das hängt davon ab, wie stark sich die angrenzenden Bauteile bewegen — bei Fertigteilen also vor allem von deren Länge und der Temperaturdifferenz. DIN 18540 gibt dafür Mindestbreiten vor. Faustregel für die Ausführung: Die Fuge sollte etwa doppelt so breit wie tief sein, damit sich der Dichtstoff frei dehnen kann.

Wie lange hält eine Fugenabdichtung an der Fassade?

Deutlich kürzer als das Bauwerk. Dichtstofffugen gelten nach DIN 52460 als Wartungsfugen und sind planmäßig zu prüfen und zu erneuern. Wie lange sie halten, hängt an Bewitterung, UV-Belastung, Fugengeometrie und Ausführung. Regelmäßig geprüft, wird rechtzeitig getauscht — ungeprüft saniert man später die Konstruktion dahinter.

Kann man alten Dichtstoff einfach überspritzen?

Nein. Neuer Dichtstoff haftet nicht dauerhaft auf ausgehärtetem alten. Überspritzen sieht kurz gut aus und löst sich binnen ein bis zwei Jahren wieder — der Wasserweg darunter bleibt die ganze Zeit offen. Der alte Dichtstoff muss vollständig heraus und der Untergrund vorbereitet werden.

Warum reißt meine Fuge immer wieder an derselben Stelle?

Fast immer, weil die Fuge für die tatsächliche Bewegung zu schmal ist oder am Fugengrund haftet. Im ersten Fall wird die zulässige Gesamtverformung des Dichtstoffs überschritten, im zweiten kann sich die Fuge gar nicht erst dehnen. Beides lässt sich nur durch Ändern der Fugengeometrie beheben, nicht durch besseres Material.

Machen Sie auch Abdichtungen an Betonfertigteilen?

Ja, das ist der klassische Fall für Fugenabdichtung nach DIN 18540. An Fassaden aus Fertigteilen laufen die Stoßfugen durch die gesamte Gebäudehülle. Weil sie gleich alt sind, lohnt in der Regel die Aufnahme aller Fugen mit Zustandsbewertung und die Sanierung in einem Zug.

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