Woran erkenne ich, dass meine Fugen saniert werden müssen?
+
Das deutlichste Zeichen ist eine Fuge, die sichtbar tiefer liegt als der Stein. Dazu kommen: Mörtel, der sich mit dem Fingernagel abkratzen lässt, feine Risse zwischen Stein und Fuge, dauerhaft dunkle Flächen, die nach Regen langsamer abtrocknen, sowie Moos oder Grünbelag in der Fuge selbst.
Wie tief muss der alte Mörtel entfernt werden?
+
In der Regel 15 bis maximal 30 Millimeter, mindestens jedoch das Doppelte der Fugenbreite. Wird flacher gearbeitet, fehlt dem neuen Mörtel die Verzahnung im Mauerwerk. Er sitzt dann als dünne Schale davor und platzt nach wenigen Frost-Tau-Wechseln ab. Zu flaches Entfernen ist die häufigste Ursache dafür, dass eine Sanierung nach zwei Wintern wieder schadhaft ist.
Kann man auf alte Fugen neu verfugen?
+
Nicht dauerhaft. Neuer Mörtel auf einer alten, mürben Fuge findet keinen Halt: Es fehlt die Verzahnung, er sitzt als dünne Schicht davor und platzt nach wenigen Frostwechseln ab. Der alte Mörtel muss deshalb erst entfernt werden, in der Regel 15 bis 30 Millimeter tief. Das gilt auch, wenn nur einzelne Stellen ausgebessert werden — auch dort wird die schadhafte Fuge zuerst ausgeräumt.
Was kostet eine Fugensanierung pro Quadratmeter?
+
Abgerechnet wird nach Quadratmeter Fassadenfläche, einschließlich Material. Die Höhe entscheidet vor allem der Zustand des alten Mörtels: Weicher Kalkmörtel lässt sich zügig entfernen, harter Zementmörtel aus den Siebzigern kostet ein Vielfaches an Zeit. Dazu kommen der Fugenanteil pro Quadratmeter, Zugang und Gerüst sowie Steinart und Mörtelwahl. Weil sich der Altmörtel nur vor Ort beurteilen lässt, nennen wir den Preis nach einer kostenlosen Besichtigung — verbindlich und mit einer Aufstellung der Flächen.
Wie oft müssen Fugen erneuert werden?
+
Selten: Eine fachgerecht ausgeführte Verfugung an einer Klinkerfassade hält mehrere Jahrzehnte. Entscheidend sind die Tiefe, in der der alte Mörtel entfernt wurde, ein Mörtel, der zur Steinfestigkeit passt, und die Witterung bei der Ausführung. Fugen, die zu flach oder bei Frost gesetzt wurden, zeigen dagegen oft schon nach wenigen Jahren wieder Schäden.
Kann man Fugen auch im Winter sanieren?
+
Nein, nicht bei Frost. Fugenmörtel bindet unterhalb von etwa 5 °C nicht mehr zuverlässig ab, und Frost im frischen Mörtel zerstört das Porengefüge dauerhaft. Die Saison für Fugenarbeiten reicht im Münsterland üblicherweise vom Frühjahr bis in den Spätherbst. Besichtigen und planen lässt sich ein Auftrag aber jederzeit.
Muss die ganze Fassade saniert werden?
+
Häufig nicht. Schlagregen kommt in Deutschland überwiegend aus West bis Südwest, entsprechend verwittern diese Seiten deutlich schneller. Wenn das Budget begrenzt ist, ist es sinnvoll, mit der Wetterseite zu beginnen. Bei der Besichtigung sagen wir Ihnen, welche Seiten wirklich dringend sind.
Machen Sie auch Mauersanierung und Fassadensanierung?
+
An Klinker- und Verblendmauerwerk ja — dort ist die Fuge der Teil, der saniert werden muss, und genau das ist unser Fach: alten Mörtel entfernen, neu verfugen, Anschluss- und Dehnungsfugen abdichten, Risse schließen, einzelne Steine tauschen, die Fassade reinigen und imprägnieren. Nicht zu unserem Angebot gehören Putz, Anstrich und Wärmedämmverbundsysteme sowie Abdichtungen gegen aufsteigende Feuchtigkeit im Sockel. Sehen wir so etwas bei der Besichtigung, sagen wir es Ihnen, statt es zu übergehen.
Sollte man eine Klinkerfassade nach der Fugensanierung imprägnieren?
+
Nicht automatisch. Guter Klinker nimmt kaum Wasser auf; eine Imprägnierung lohnt vor allem bei saugenden Ziegeln, auf der Wetterseite und an Flächen, die lange feucht bleiben. Wenn, dann zuletzt: auf eine saubere, trockene Fassade mit ausgehärteten, intakten Fugen. Eine Imprägnierung ersetzt keine Fugensanierung — über schadhaften Fugen schließt sie Feuchtigkeit eher ein.
Kann man eine Klinkerfassade mit dem Hochdruckreiniger reinigen?
+
Besser nicht mit hohem Druck. Er spült mürbe Fugen aus, raut weichere Steine auf und drückt Wasser tief ins Mauerwerk. Wir reinigen mit geringem Druck und Reinigern, die zum Stein passen, und probieren das vorher an einer unauffälligen Fläche aus. Sind die Fugen schon schadhaft, kommt die Reinigung sinnvollerweise mit der Fugensanierung zusammen.
Was ist der Unterschied zwischen Klinkerfuge und Ziegelfuge?
+
Der Unterschied liegt im Stein, nicht in der Fuge selbst. Klinker wird bei höheren Temperaturen gebrannt, ist dichter gesintert und nimmt kaum Wasser auf; Ziegel und Backstein sind poröser und saugender. Daraus folgt der Mörtel: An der Ziegelfuge eines Altbaus sitzt meist weicher Kalkmörtel, der auch beim Neuverfugen weich bleiben muss. An der Klinkerfuge kann ein festerer Mörtel richtig sein — aber nie fester als der Stein.
Was ist Verblendmauerwerk?
+
Verblendmauerwerk ist die äußere, sichtbare Schale einer zweischaligen Wand. Es trägt nicht, sondern schützt die dahinterliegende Konstruktion vor Schlagregen — im Münsterland die vorherrschende Bauweise. Weil der Klinker selbst kaum Wasser aufnimmt, ist die Fuge die einzige Schwachstelle: Ist sie mürbe, zieht Feuchtigkeit über sie in die Wand.
Welcher Handwerker macht Fugen neu?
+
An Klinker- und Verblendfassaden der Fuger, also ein Fugbetrieb. Maurer verfugen auch, für sie ist es aber eine Arbeit unter vielen; ein Fugbetrieb macht nichts anderes als Fugen — an der Fassade, an Treppen und Mauern und als Silikon- und Abdichtungsfuge. Fliesenfugen im Bad sind Sache des Fliesenlegers. HaGo-Bau ist ein Fugbetrieb in Münster, seit 1997.
Was macht ein Fuger?
+
Ein Fuger stellt Mörtel- und Dichtfugen her und saniert sie. Ein Fugerbetrieb arbeitet als Klinkerfuger und Ziegelfuger an Fassaden aus Verblendmauerwerk und erneuert Silikon- und Abdichtungsfugen in Bad, Dusche und Küche. Fugerarbeiten sind ein handwerksähnliches Gewerbe nach Anlage B2 der Handwerksordnung; sie brauchen keinen Meisterbrief, aber sehr wohl Erfahrung mit Stein, Mörtel und Witterung.
Wird für die Fugensanierung ein Gerüst gebraucht?
+
Ab dem ersten Obergeschoss ja — für sauberes Arbeiten und aus Gründen der Arbeitssicherheit. Wir stellen das Gerüst aus eigenem Bestand, so dass Sie keinen zweiten Anbieter beauftragen und keinen zweiten Termin koordinieren müssen.